Lehrgangskonzept
„Eltern-Schul-Mediatoren/innen“

Zielsetzung des Lehrgangs
Die Teilnehmer/innen erlernen während des Lehrgangs mediative Techniken, wie aktives Zuhören, Kommunikationsstrukturen erkennen, Streitgründe erfassen, ergründen und ansprechen, Feedback geben und annehmen, weiters Verfahrenstechniken der Mediation für den Einsatzbereich Schule. Darüber hinaus fördert dieser Lehrgang die Entwicklung der persönlichen Kommunikationsfähigkeiten, die Verbesserung der Kommunikationsbereitschaft und den Aufbau einer Kommunikationskompetenz im Bereich Schule, insbesondere als Mitglied des Mediatoren/innen-Pools.
Neben diesen oben genannten Zielsetzungen, die auf die Teilnehmer/innen ausgerichtet sind, verfolgt der Lehrgang auch Ziele für die Schule und für die Schulentwicklung. Exemplarisch seien angeführt: ein Klima der gewaltfreien Kommunikation zu schaffen, Streitfälle zur Zufriedenheit aller konstruktiv zu lösen, Plätze und Zeiten für Gespräche miteinander einzurichten und Projekte gegen Gewalt und für ein harmonisches Miteinander zu initiieren. Somit wird ein wichtiger Beitrag zu einem positiven Schulklima geleistet, zum Beispiel die Verbesserung des Gesprächs- und Schulklimas.
Eingrenzung und Abgrenzung
Der Lehrgang zum/zur „Eltern-Schul-Mediator/in“ am BG Zehnergasse versteht sich alsBeitrag zur Schaffung eines positiven Schulklimas im Rahmen der Schulentwicklung und nicht als Ausbildung zu einem Mediator mit Graduierung und Anerkennung über den Schulbereich des BG Zehnergasse hinaus.
Darüber hinausgehend beachten wir beim Lehrgang „Schul-Mediatior/in“ die Begrenzung der Mediation im Allgemeinen, zum Beispiel bei Vorliegen strafbarer Handlungen, laufenden gerichtsanhängigen Verfahren, mangelnder Kooperations- und Kommunikationsbereitschaft der Streitenden sowie bei zeitlicher und inhaltlicher Überforderung durch Konfliktfälle auf hohen Eskalationsstufen.
Einpassung in das Programm „Schulmediation am BG Zehnergasse“
Der Lehrgang „Eltern-Schul-Mediation“ ist eingebettet in das Gesamtprogramm „Schulmediation am BG Zehnergasse“, welches sich in drei Stufen gliedert. Auf der ersten Stufe, der so genannten Impulsstufe, erfolgt die Information der Schüler/innen, Lehrer/innen und interessierten Eltern im Rahmen von Vorträgen und Impuls-Workshops.
Die zweite Stufe, die Ausbildungsstufe, bietet interessierten Schüler/innen, Lehrer/innen und Eltern die Möglichkeit, mediative Kompetenzen für den Schulbereich zu erwerben. Die Ausbildung der Schüler/innen erfolgt ab dem Schuljahr 2006/07 in der unverbindlichen Übung „Mediation und soziales Lernen“, die der Lehrer/innen in der schulinternen Lehrerfortbildung „Pädagogische Mediation“ und die der Eltern in dem Lehrgang „Eltern-Schul-Mediation“.
Auf der dritten Stufe, der Umsetzungsstufe, soll der so entstandene „Schul-Mediatoren/innen-Pool“, bestehend aus Schüler/innen, Lehrer/innen und Eltern, in der Lage sein, sowohl im Konfliktfall eingreifen zu können und konstruktive Lösungen zur Zufriedenheit aller zu finden als auch präventive Maßnahmen zu setzen, um Härtefälle und Gewalt zu vermeiden.
Lehrgangskoordination und Referenten
Die Koordination des Lehrganges zum/zur „Eltern-Schul-Mediator/in“ am BG Zehnergasse übernehmen der Direktor, Dr. Werner Schwarz, und die Koordinatorin des Schulmediationsprogrammes, Mag. Sonja Benesch. Die Ausbildung der LehrgangsTeilnehmer/innen wird von schulfremden Experten übernommen. Die Auswahl der Vortragenden wird von den beiden genannten Koordinatoren in Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium und dem Elternvereinsvorstand getroffen.
Organisatorischer Aufbau des Lehrgangs
Der Lehrgang ist in eine Basisausbildung mit fünf Wochenendmodulen, in eine Anwendungsphase und in ein Abschlussmodul gegliedert. Die Lehrgangsmodule finden in Klassenräumen des BG Zehnergasse, in Räumlichkeiten der Schulpartner und bei etwaigen „Outdoor-Veranstaltungen“ in der näheren Umgebung von Wiener Neustadt statt.
Struktur und Umfang des Lehrgangs
Die Basisausbildung umfasst fünf Module zu je 12 Einheiten zwischen Freitag 15.00 – 20.00 Uhr und Samstag 9.00 - 16.00 Uhr. Das ergibt ein Gesamtausmaß von 60 Einheiten.
Es folgt eine Anwendungsphase, in der in Kleingruppen oder individuell in Einzelarbeit Mediationsverfahren mitbetreut oder Präventionsprojekte ausgearbeitet werden. Damit entsprechen wir dem dualen Charakter der Schulmediation mit der kurativen Schiene der Streitschlichtung und der präventiven Ausrichtung. Die Teilnehmer/innen können in der Anwendungsphase zwischen Mediation und Projekterarbeitung frei wählen.
In einem Abschlussmodul werden die Erfahrungen aus den Mediationen oder die ausgearbeiteten Projekte je nach Wahl präsentiert.
Die Dauer des Lehrgangs
Der Lehrgang erstreckt sich vom ersten Modul der Basisausbildung bis zum Abschlussmodul über ein Schuljahr.
Zielgruppe
Die Zielgruppe sind Eltern von Schüler/innen des BG Zehnergasse aus den ersten bis sechsten Klassen sowie ausgewählte Partner der Schulsponsoren und Schulförderer. Die Kontaktaufnahme mit der Lehrgangskoordination und eine etwaige notwendige Auswahl werden von der Schulleitung in Zusammenarbeit mit dem Elternvereinsvorstand organisiert.
Gruppengröße
Geplant ist eine Gruppengröße von 12 bis 24 Teilnehmer/innen.
Methoden
Zur Erreichung der eingangs angeführten Lehrgangsziele werden die Teilnehmer/innen mittels folgender Methoden geschult: Theorie-Input, Diskussionen, praktischer Übungen, Rollenspielen, Reflexionen in Einzel-, Partner- und Gruppenarbeiten.
Lehrgangsmodule mit Lehrgangsinhalten und Zeitraster
Die nachfolgende Auflistung der Lehrinhalte und der Zeithorizonte ist als Entwurf und Planung der Lehrgangskoordinatoren zu verstehen. Detailabsprachen mit den zu beauftragenden Referenten und vor allem Wünsche und Anregungen der Lehrgangs-Teilnehmer/innen können die dargestellte Planung geringfügig verändern.
| Module |
Lehrinhalte |
Zeithorizont |
| Basismodul 1 |
Konflikte und Konfliktverhalten. Entstehung von und Umgang mit Aggression und Gewalt. |
24./25. Nov. 2006 |
| Basismodul 2 |
Kommunikation, Kommunikationsverhalten und Kommunikationsbarrieren. Gesprächsregeln. |
15./16. Dez. 2006 |
| Basismodul 3 |
Einführung in die Mediation. Ziele, Chancen und Grenzen der Mediation. Phasen der Mediation. |
Jän. 2007 |
| Basismodul 4 |
Schulmediation und Techniken der Mediation für den Schulalltag. Einsatzgebiete und Rolle des Mediators. |
Feb. 2007 |
| Basismodul 5 |
Einsatzfelder der Eltern-Schul-Mediatoren/innen, Fallbeispiele und Anwendung der Schulmediation. |
März 2007 |
| Anwendungsphase |
Mitwirkung bei einem „Mediationsfall“ oder Planung und Ausarbeitung eines „Präventionsprojektes“. |
April, Mai 2007 |
| Abschlussmodul |
Darstellung und Reflexion des „Mediationsfalles“ oder Präsentation des „Präventionsprojektes“. |
Juni 2007 |
Wiener Neustadt, am 20. Oktober 2006
Dr. Werner Schwarz, Direktor
Mag. Sonja Benesch, Mediationskoordinatorin